x
17.05.2020 - 23.08.2020
Jiří Tichý
Die Haut des Marsyas und die Flügel des Schmetterlings
  • Jiří Tichý: Vox coeli, 1999-2000, Foto: Hans Joachim Plitt
  • Jiří Tichý: Der Schrei, 1968, Foto: Hans Joachim Plitt
  • Jiří Tichý: Gedicht ohne Worte, 2001, Foto: Hans Joachim Plitt
  • Jiří Tichý: Libosen, 1992, Foto: Hans Joachim Plitt
  • Jiří Tichý: Illustration zum Hohelied Salomos, 1975, Foto: Hans Joachim Plitt
  • Jiří Tichý: Der unerfüllte Traum eines Seemanns, 1972, Foto: Hans Joachim Plitt

Eröffnungen am Sonntag, 17. Mai

Museum Tuch + Technik 12 Uhr

Herbert Gerisch-Stiftung 13:15 Uhr

 

Grußwort: Der tschechische Botschafter oder sein Stellvertreter, Dr. Olaf Tauras (Oberbürgermeister Stadt Neumünster), Brigitte Gerisch (Vorstand der Herbert Gerisch-Stiftung)

Einführung: Prof. Dr. Christoph Brockhaus, Kurator und ehemaliger Direktor des Lehmbruck Museums Duisburg

 

Eintritt zur Eröffnung frei

 

Erstmals kooperieren bei dieser Ausstellung des tschechischen Künstlers Jiří Tichý (1924 – 2013) die Herbert Gerisch-Stiftung und das Museum Tuch + Technik miteinander. Perfekt passend, denn Tichý war seit den 1960er Jahren nicht nur einer der Pioniere der internationalen Neuen Textilkunst, sondern schuf – von der Malerei her kommend - auch ein umfangreiches Werk in verschiedensten anderen Kunstgattungen. Sein vielseitiges textiles Schaffen ist mit Tapisserien, Textilcollagen und Stoffdrucken im Museum Tuch + Technik zu sehen, die Herbert Gerisch-Stiftung zeigt in der Villa Wachholtz und in der Gerisch-Galerie eine Auswahl von malerischen und grafischen Werken aus der Frühzeit (1940-1959), hochgebrannte Emailmalereien, Monotypien, Frottagen, Siebdrucke, Collagen, Buchkunst und Illustrationen sowie Arbeiten aus der Zusammenarbeit des Künstlers mit Architekten.

Trotz belastender politischer Einschränkungen (Zwangsarbeit während der deutschen Besatzung im 2. Weltkrieg und in den stalinistischen 1950er Jahren, unter Beobachtung nach dem Scheitern des „Prager Frühlings“ 1968) und trotz persönlicher Schicksalsschläge hat sich Jiří Tichý für sein vielfältiges künstlerisches Werk einen geistigen und schöpferischen Freiraum geschaffen, der ihn seit den 1960er Jahren zu einem eigenständigen, den Surrealismus und die klassische Moderne weiterführenden Oeuvre von europäischer Bedeutung führte.

Die Ausstellung ist zugleich ein außergewöhnliches kulturpolitisches Dokument: die über 100, zumeist mehrteiligen Werke sind das Ergebnis einer 1969 begonnenen Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen einem osteuropäischen Künstler und einem westdeutschen Kunsthistoriker mitsamt seinem Umfeld während des Kalten Krieges und nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“. Die zumeist erstmals ausgestellten Werke suchen die Öffentlichkeit, und der alle Arbeiten abbildende Katalog soll über die Ausstellung hinaus der weiteren Forschung zur Verfügung stehen.

 

Der Katalog zur Ausstellung ist an der Kasse erhältlich.